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Die grosse Freiheit
Franziskus fasst sein Ideal so zusammen: "Dies ist das Leben der Brüder:
der Lehre und dem Beispiel unseres Herrn Jesus Christus zu folgen, der sagt:
Willst du vollkommen sein, so verkaufe alles, was du hast und gib den Erlös
den Armen. Dann komme und folge mir."
Die Erzählungen der Evangelien bildeten von Anfang an die spirituelle Grundlage für die entstehende Bewegung. Franziskus hatte keine andere Ordensregel im Sinn als diese, dem Lebensbeispiel Jesu und seinen Fussspuren zu folgen. Während die Mönche sich aus der Welt zurückziehen, um in ihren Klöstern ein Eigenleben zu begründen, ziehen Franziskus und seine Brüder durch die Welt, ohne Schutz und Sicherheit, ganz auf die Sorge Gottes und die Offenheit der Menschen angewiesen. Denn Jesus verlangt, dass seine Jünger die Botschaft des Friedens mit leeren Händen verkünden - allen Geschöpfen und bis an die Grenzen der Erde. Da die Brüder mit den eigenen Händen arbeiteten, sorglos und bettelarm umherzogen, zerstrittene Städte miteinander versöhnten, sich der Armen und Aussätzigen annahmen, mit schlichten Worten zum Umdenken aufriefen und nachts an einsamen Orten beteten, erinnerten sie die Menschen an Jesus selbst und seinen Freundeskreis. Nicht der Weltenherrscher Christus, den das Mittelalter in seinen Kathedralen verehrte, sondern der arme Jesus mit seiner befreienden Botschaft und seinem einfachen Leben mitten im Volk wurde zum Modell für den Orden der Minderen Brüder und Schwestern. |
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