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Geschichte der ProvinzDie Kapuziner kommen in die Schweiz
Die jüngste Reform des Franziskanerordens wurde im Jahr
1528 vom Papst Klemens X. anerkannt. Aufgrund des Ordenskleides mit der
grossen Kapuze erhielt der junge Ordenszweig vom Volk den Namen
"Cappuccini".
Vom Süden nach Norden Die erste Niederlassung der Kapuziner auf Schweizer Boden
ist das heute noch bestehende Kloster Bigorio im Kanton Tessin,
gegründet 1535. Bigorio ist damit nicht nur das älteste
Kapuzinerkloster der heutigen Schweiz, sondern ist auch eine der ersten
Niederlassungen, die von
Mailand aus gegründet wurden. Die Kapuzinerklöster des Tessins
(Bellinzona, Faido, Locarno, Lugano) gehörten bis in die neueste Zeit
mit wechselnder Bezeichnung zu Mailand. Heute bilden sie als "Regione
Svizzera Italiana" einen Teil der Schweizer Kapuzinerprovinz. Das Hospiz Tiefencastel im Kanton Graubünden zeugt noch von der "Rätischen Mission", die von italienischen Provinzen getragen wurde. Vom Gebiet des heutigen Nord- und Süd-Tirol aus betreuten Kapuziner bis in die neueste Zeit Schweizer Pfarreien im untern Engadin und im Münstertal.
1581 kamen die ersten Kapuziner von Mailand nach Altdorf. Von da aus entstanden einige Klöster
in der Innerschweiz (Stans, Luzern, Schwyz) und weitere an
konfessionell umstrittenen Orten (Appenzell, Baden, Solothurn,
Pruntrut). In der französischsprachigen Schweiz fasste der Orden von Savoyen her Fuss. Das 17. Jahrhundert war die Zeit der reichsten Entfaltung
des Ordens, und zwar nicht nur auf Schweizerboden, sondern über den
Rhein ins heutige Elsass und nach Süddeutschland bis Stuttgart und Berg
Zabern. Der heilige Fidelis, eines der bekanntesten Mitglieder dieser
Provinz, die damals 60 Niederlassungen und 732 Mitglieder zählte,
stammte aus Sigmaringen. Aufteilungen
Auf einem Provinzkapitel in Wil wurde 1668 die Provinz
ein erstes Mal geteilt.
Neben der Schweizer Provinz, bei der 33 Klöster mit 427 Mitgliedern in der Schweiz und im Elsass verblieben, gab es fortan auch die Vorderösterreichische Provinz.
Nach der Abtrennung zählte die Schweizer Provinz
weiterhin 33 Niederlassungen mit 521 Mitgliedern. In der Aufklärung,
während der Französischen Revolution und im 19. Jahrhundert machte sie
allerdings Krisen durch, sodass sie bis 1857 auf 188 Mitglieder sank.
Im 19. Jahrhundert fielen drei Klöster (Baden, Bremgarten und Frauenfeld) dem Sonderbundskrieg und dem Kulturkampf zum Opfer.
Neue Formen der Seelsorge Dank tüchtiger Oberer, wie des späteren Ordensgeneral
Bernhard Christen (1837-1909), setzte eine innere Erneuerung ein. Sie
führte zu einem Aufschwung, der Mitte des 20. Jahrhunderts einen
Höhepunkt erreichte mit über 800 Mitgliedern: die Übernahme von
Mittelschulen (Stans, Appenzell) und dem Einsatz in neueren
Seelsorgsmethoden (Volksmissionen, Arbeiter-, Bauern- und
Hausmissionen). Gegen Ende der sechziger Jahre begann die Zahl der Brüder abzunehmen. Verschiedene Niederlassungen mussten aufgegeben werden (Näfels, Schüpfheim, Sarnen, Arth, Dornach, Zug, Sursee, Solothurn, Stans, Spiez, St. Gallen).
Missionen Schon in früheren Jahrhunderten gab es immer wieder
einzelne Kapuziner, die in der "Missionsarbeit" tätig waren (zum Beispiel in Russland oder Anastasius
Hartmann, Bischof in Indien 1803-1866). 1921 übernahm die Provinz
ein Missionsgebiet im heutigen Tanzania. Ab 1922 wurden die
Westschweizer Kapuziner auf den Seychellen tätig. In den sechziger
Jahren kamen Missionsgebiete in Indonesien und seit den siebziger
Jahren in Lateinamerika und im Tschad hinzu. In Tanzania wird das Werk der Schweizer Kapuziner von
einheimischen Mitbrüdern weitergeführt. In einigen Jahren wird die
"Tochter" die "Mutter" auch zahlenmässig überflügeln. Eine Provinz in drei Regionen In der Schweiz gab sich die Provinz 1974 eine neue
Form: drei "Regionen" (Deutschschweiz, Region Romande, Regione Svizzera
Italiana) bilden die eine Schweizer Kapuzinerprovinz. Über eine neue Form, in der die "Einheit in Verschiedenheit" neu umschrieben werden kann, gibt es im Moment intensive Diskussionen. |
Aus der Provinz Franziskuskalender 2011 jumi 7: Online mit Gott Ein Gottesdienst für die Katze Aus dem Orden Fünf Jahre "Einsiedelei" auf der Donauinsel Seelsorge per Schiff entlang des Amazonas Von der Vielfalt an Begegnungen Rock im Kapuzinerkloster Silbernes Ehrenzeichen für P. Manfred Marent 26. September 2010: Bikerinnen und Biker nach Altötting |


